zehn gebote liturgischen feierns

1. Gebot: Du sollst nur eine Sache tun zur selben Zeit, nicht etwa die Hostie verzehren und gleichzeitig schon den Kelch mit Wein heben.
2. Gebot: Du sollst den Altar heilig halten und nicht als Ablagetisch für Bücher, Gottesdienstordnungen und Brillenetuies mißbrauchen. Blumenschmuck soll den Altar zur Geltung bringen, nicht der Altar das Blumengesteck.
3. Gebot: Der Mensch soll im Gottesdienst zur Ruhe kommen, nicht an Aktionismus zugrunde gehen. Ein wichtiges Wort kommt erst zur Geltung durch die Ruhe nachher.
4. Gebot: Du sollst den Christen ihre Dienste nicht vorenthalten. Die Lesung steht dem Lektor zu, die Anleitung des Gesangs dem Kantor und Chor, die Fürbitten der Gemeinde.
5. Gebot: Du sollst nicht den Glauben und die Hoffnung abtöten durch litaneiartigen Gebetsvortrag oder durch Passivität bei der Gemeindeerneuerung.
6. Gebot: Der Gemeindegesang ist ein aktualisiertes Glaubensbekenntnis. Wechselgesänge können nicht vom Priester allein gesungen werden, auch Kirchenchöre sollen zwischen vorgesungenem Vers und Gemeindeantwort unterscheiden – z.B. beim Kyrie.
7. Gebot: Du sollst liturgische Zeichen nicht einsparen. Die Gabenprozession zeigt, wie die Gemeinde ihre Welt vor den Altar bringt, der Kelch, der von Beginn an am Altar steht, zeigt die Bequemlichkeit des Zelebranten. Wenn der Priester nur die Priesterhostie konsekriert, selbst kommuniziert und dann den Speisekelch aus dem Tabernakel holt, teilt er die Messe in einen aktuellen Priesterteil und einen sekundären Gemeindeteil.
8. Gebot: Du sollst das meinen, was du sagst und tust, z.B. Christus ansprechen beim dreimaligen Lamm Gottes, oder Gott den Vater preisen beim abschließenden Lobpreis mit den erhobenen konsekrierten Gaben, oder die Gemeinde auffordern bei Erhebet die Herzen.
9. Gebot: Du sollst Frauen und Männer, Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen ansprechen und einbinden in die Liturgiegestaltung, und du sollst keine Passivität zulassen, sondern die Wachheit der Gemeinde für Gottes Wort und für einander fördern.
10. Gebot: Du sollst dich nicht entmutigen lassen, sondern die Probleme und ihre Ursachen ergründen und mit Verantwortlichen in der Gemeinde besprechen und bearbeiten.

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