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4. Veränderungen des Katholizismus seit den Sechziger Jahren

# Auflösung der Großgruppenmilieus

Die großen gesellschaftlichen Gruppen verlieren aus verschiedenen Gründen ihren Zusammenhalt. Die sozialistische Arbeiterschaft, die Bauernschaft, die Stahlarbeiter, die Eisenbahner, der Konsum, und eben der Katholizismus büßen ihre Fähigkeit zur Bildung einer Gruppenidentität ein. Wirtschaftliche Veränderungen wie das Aufkommen von Lebensmittelindustrie und Ladenketten verdrängen Bauern und Handwerker. Identität geht verloren, neue Wohnquartiere an den Stadträndern entstehen, ohne neue Milieus mit Prägekraft auszubilden.

# Ende der Standartbiographie

Das Bild der bürgerlichen Kleinfamilie aus dem 19. Jht. übersteht die Eingliederung der Frau in die Arbeitswelt nicht. Die Geschlechterrollen ändern sich, und damit die Identität von Menschen. Die fortschreitende Industrialisierung mobilisiert Arbeitskräfte und erzeugt marksgemäße Konkurrenz unter den Arbeitskräften. Junge Menschen übernehmen nicht mehr die Berufe der Väter, zugleich auch immer weniger deren Wertwelten. Beruf, Beziehung, Freizeit werden frei wählbar.

# Verbesserte Bildung

Verstärkte Urbanisierung, technischer und wissenschaftlicher Fortschritt und verbesserter Wohlstand Vergrößern die Distanz zwischen den Generationen. In der Berufswelt und zunehmend auch in der Beziehungswelt ist der Rat der Eltern immer weniger brauchbar.

# Massenmedien und Massenkultur

Das Aufkommen des Fernsehens und damit verbunden der Massenwerbung erlaubt die Verbreitung von Haltungen und Einstellungen. Einerseits kulminieren in den 68er Jahren Protesthaltungen, andererseits auch Anpassungen an Kultur-, Kunst-, Musik- Sport- Unterhaltungs- und Modeindustrie.

# Familie und Geschlechterrollen

Mit der Berufstätigkeit der Frau und ihrem neuen Selbstbewusstsein steigt der Druck auf die Identität der Männer. Ehen werden brüchig, Kinder von berufstätigen Müttern allein erzogen, Ehe und Kinderwunsch nicht mehr obligat. Damit fällt nach dem beruflichen auch ein verbindliches familiäres Lebensmuster aus.

# Fortschrittsglaube

Im Glauben an immerwährendes Wirtschaftswachstum häufte der Staat Schulden an. Im Zuge der vollständigen Beherrschung der Natur wurden Tonnen von Kunstdüngern und Insektengiften ausgebracht. Der Machbarkeitsglaube führte den Menschen auf den Mond und erzeugte einen vielfachen Overkill durch Atomraketen auf der Erde. Hunger und Elend wurden aber nicht beseitigt, sondern noch extrem vergrößert.

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Stadtsoziologie. Eine Einführung

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